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Der Biss geschrieben von Kiana
Ich
sah SIE das erste Mal in einer verrauchten, alten Taverne, die
sich im Mittelpunkt des Nirgendwo befand. Langsam schlossen sich
ihre Lippen um die Flasche eines billigen Whiskeys, den sie vor
einiger Zeit
bestellt hatte. Ich
griff mir mein Glas, um den letzten Schluck aufgewärmten Blutes
in meinen Mund fließen zu lassen und verzog mein Gesicht, bei
dessen abgestandenem Geschmack. Ich stellte mir dabei vor wie es
wohl sein würde endlich IHR süßes, lebendiges Blut meine
Kehle hinabfließen zu lassen. Langsam
und geschmeidig stand ich auf und begab mich mit einem
vorfreudigen Grinsen zur Tür. SIE
bewegte sich einfältig in dem Schutz der Dunkelheit vor mir her
und ich wunderte mich wieder, wie ein Mensch es wagen konnte
sich ohne Schutz durch diese Gegend zu bewegen. Vielleicht war
es auch nur eine Nebenwirkung des Alkohols, denn sie war
ebenfalls nicht mehr fähig geradeaus zu laufen. Sofort
blieb ich stehen und merkte wie sich mein schwarzer Mantel im
Wind hob und senkte. SIE blieb ebenfalls stehen und drehte sich
furchtsam um. Dabei sah ich wie ihr Körper anfing zu zittern;
ob nun vor Furcht oder vor Kälte. Wahrscheinlich sah sie mich
in dem Augenblick in dem ich meine Zähne bleckte.
Darauf stieß sie einen schrillen, kurzen Schrei aus, der
die Stille der Nacht für kurze Zeit zerriss. Blitzschnell
drehte sie sich um und lief in die schwarze Nacht hinein, dessen
Blindheit nur den Menschen überlassen war. Mit
schnellem Atem saß ich auf ihr, während die junge Frau auf die
ich es diesen Abend abgesehen hatte windend unter mir lag und in
kurzem Abstand verzweifelte Schreie ausstieß. Ich
glaube es hieß Mitleid. Ich
riss ihren Kopf brutal zur Seite und strich ihre Haare so zur
Seite, dass ihr Hals frei von allem lag.. Dann schnellte mein
Kopf nach unten und ich stieß meine Zähne bis zum Anschlag in
ihren Hals. Sofort zerrissen meine Zähne ihre Halsschlagader
und ihr warmes Blut lief in kleinen Rinnsälen in meinen Mund.
Begierig schluckte ich es hinunter und merkte wie mein Körper
sich mit neuer Kraft füllte. Ich liebte diesen metallischen
Geschmack, der mich so sehr an Leben erinnerte. Ich
richtete mich auf und sah der jungen Frau ins Gesicht, dessen
Leben ich gerade ausgelöscht hatte. Ich
stand jetzt ganz auf und musterte sie noch einmal genau, während
mein Gesicht traurig dreinblickte.
Ich bemerkte wie noch ein letzter Tropfen Blut aus den
zwei kleinen Bissspuren rann und auf ihr Top tropfte.
Aufgefallen wäre es bei den Farben sicher nicht mehr. Noch
einmal betrachtete ich ihren Hals und sah einen dünnen goldenen
Faden um ihn geschlungen. Ich streckte meinen Finger nach ihm
aus und zog den kleinen Anhänger der Kette vom Boden nach oben.
Kurz
schreckte ich zurück, als ich plötzlich ein kleines Kreuz in
meiner Hand hielt. Anscheinend besaß SIE nicht genug Glauben zu
dem lieben alten Mann im Himmel, ansonsten wäre ich sicher
nicht in der Lage gewesen, sie zu beißen. Wieder
einmal hätte ich gerne gewusst, was mein Opfer in der letzten
Sekunde seines wertlosen sterblichen Lebens dachte. Ich würde
meine letzten Gedanken vor dem erneuten Tod wahrscheinlich erst
dann denken, wenn irgendein Fanatiker, oder vermutlich eine Jägerin,
ein spitzen Gegenstand in mein schon lange totes Herz stoßen würde.
Ich merkte, wie ich wieder einmal anfing melancholisch zu werden und drehte mich schwerfällig um. Ich stieß einen Seufzer aus. Dann schritt ich gesättigt in die Dunkelheit der Nacht. |
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