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Gefaehrten der Nacht geschrieben von Nancy
Einsam
wandle ich durch die Nächte. Niemand ist da, der mein Schicksal
teilt, der gemeinsam mit mir... der einfach bei mir ist. Ich bin mir
oft meiner Gefühle nicht bewusst. Lebewesen meines gleichen sind
verurteilt zu ewiger Dunkelheit. Oft ist diese Verdammnis mit
Einsamkeit verbunden. Obwohl ich allein bin, hasse ich nicht was ich
bin. Im Gegenteil, ich liebe meine Art... meine Spezies. Sobald die Sonne untergeht, treibt die Sehnsucht mich hinaus. Vielleicht ändert sich meine Vorsehung gerade in dieser einen verheißungsvollen Nacht. Ich gehe durch den Stadtpark. Gestalten huschen an mir vorbei. Sie interessieren mich nicht. An eine Laterne gelehnt steht jemand. Er ist ein sehr anziehendes Geschöpf. Sein Blick durchdringt mich. Ich wende mich ab, um im nächsten Atemzug wieder hinzusehen. Er ist weg. Meine Augen durchschweifen suchend die Gegend. Nichts, es ist nichts zu sehen. Er ist in der Dunkelheit verschwunden. Ich gehe weiter. Bis es dämmert schleiche ich in dieser schicksalhaften Nacht umher, begleitet von der einen bestimmenden Frage: Wer war er? Doch die Frage blieb unbeantwortet. Zu Hause. Ich falle in tiefen Schlaf... dennoch war er unruhig, da
ich von ihm träumte. Er geht mir einfach nicht mehr aus dem Sinn.
Der Gedanke, ihn noch einmal zu sehen, treibt mich wieder an den Ort
unserer ersten Begegnung. Im Park angekommen setze ich mich auf eine
Bank und beobachte das nächtliche Schauspiel. Ein Blitz durchzuckt
meinen Körper. Er war wieder da und kam auf mich zu. Sein Schritt
war gleitend ... so als ob er schweben würde. Ich sah ihm tief in
seine geheimnisvollen Augen als er sich neben mich setzte. „Ich
hatte gehofft Dich wieder zu sehen“, hörte ich seine Stimme
sagen. „Du warst gestern so schnell verschwunden“, erwiderte
ich. Wir sahen uns immer noch tief in die Seele. In seinen Augen
konnte man die ganze Welt, die Unendlichkeit sehen. Der Blick, diese
Tiefe verrieten ihn. „Wir gleichen uns ... gehören der gleichen
Gattung an“, flüsterte ich ihm zu. „Meine innere Stimme sagte
es Dir, nicht wahr?“ Ich nickte stumm. Langsam setzten wir uns in
Bewegung und durchquerten den Park. Während der ganzen Zeit
schwiegen wir uns an ... es waren keine Worte nötig, wir verstanden
den anderen auch so. Das Ende des Parks. „Kommst Du mit zu mir“,
fragte er. Ich gehe mit. Seine Wohnung ist düster so wie ich es
mag. Ich sauge gierig die Atmosphäre auf und lasse sie auf mich
wirken. Er wendet sich mir zu und gibt mir ein langen innigen Kuss.
Es ist, als ob wir uns schon seit Ewigkeiten kennen. Wir fühlen
eine magische Verbundenheit zwischen uns. Leidenschaft regiert den
Moment. Es ist der erste Sex nach meiner Verwandlung. Ich weiß noch
genau wie es sich früher angefühlt hat, aber es ist mit dem, was
ich gerade erlebe, nicht zu vergleichen. Nun ist es viel
leidenschaftlicher, inniger... Wir können nicht genug von einander
bekommen. Aber uns verbindet mehr als Lust und Ekstase. Wir haben
uns gesucht und gefunden. Es war die ... unsere Fügung, die uns
zusammengeführt hat ... zu Gefährten der Nacht.
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